So gelingt der Einstieg in den neuen WordPress 5.0 Block Editor Gutenberg – Teil 1
So gelingt der Einstieg in den neuen WordPress 5.0 Block Editor Gutenberg – Teil 1

So gelingt der Einstieg in den neuen WordPress 5.0 Block Editor Gutenberg – Teil 1

Auch fünf Wochen nach der Veröffentlichung von WordPress 5.0 herrscht noch große Unsicherheit den neuen Editor betreffend. Im ersten Teil dieser Serie versuche ich, Antworten auf häufige Fragen zu geben.

Warum ist WordPress 5.0 eine so große Sache?

Mit #wpversion 5.0 hat WordPress einen komplett neuen Editor erhalten, der die Art und Weise, wie Beiträge und Seiten erstellt und geändert werden, ganz grundlegend verändert. Schon auf den ersten Blick unterscheidet sich der neue Editor erheblich vom bisher gewohnten. Optisch wirkt der Neue aufgeräumter und zeitgemäßer.

Optisch unterscheidet sich der neue Block Editor von WordPress erheblich vom alten Editor

Die optischen Unterschiede sind aber tatsächlich die kleinste Veränderung. Die großen Neuerungen spielen sich unter der Oberfläche ab. Der neue Editor basiert auf einem völlig neuen Konzept.

Bisher befand sich der gesamte Inhalt einer Seite in einer einzigen Einheit – ähnlich wie in einem Textverarbeitungsprogramm. Nun besteht der Inhalt aus verschiedenen Blöcken. Jeder Block hat eigene individuelle Eigenschaften und Möglichkeiten.

Einen Text zu tippen gelingt auch mit dem neuen Editor auf Anhieb. Wird ein neuer Beitrag oder eine neue Seite erstellt, startet man standardmäßig mit einem bereits vorhandenen Text-Block. Durch das Drücken der Eingabe-Taste wird automatisch ein neuer Text-Block angelegt.

Ansonsten aber bedarf der neue Block Editor doch einiges an Einarbeitungszeit. Das Konzept der Blöcke ist für die meisten Anwender etwas völlig neues und muss erst durchblickt werden, bevor ein halbwegs flüssiges Arbeiten möglich ist. Zu Beginn gibt der neue Editor eher Anlass zum Fluchen als zur Freude.

Darüber hinaus bringt WordPress 5.0 Gott sei Dank keine Neuerungen mit sich.

Wer oder was ist Gutenberg?

In Verbindung mit dem neuen Editor taucht häufig die Bezeichnung Gutenberg auf. Unter diesem Projektnamen wurde der Block Editor entwickelt. Das Projekt ist damit aber noch nicht beendet. Die Einführung des neuen Editors mit WordPress 5.0 war lediglich der Abschluss der ersten Phase des Projekts.

In der Zwischenzeit laufen bereits die Vorbereitungen für die nächsten Phasen von #gutenberg. In Zukunft werden Blöcke in weiteren Teilen von WordPress Einzug halten. Blöcke werden ein einheitliches Konzept und lösen künftig heute bestehende unterschiedliche Konzepte ab.

In WordPress 5.0 sucht man die Bezeichnung „Gutenberg“ vergeblich. Der alte Editor wurde einfach vollständig durch den Gutenberg Editor ersetzt. Im Laufe der nahezu zweijährigen Entwicklungszeit des Editors hat sich die Bezeichnung aber schon so weit verbreitet, dass sie uns wohl weiterhin erhalten bleiben wird.

Plugins für den Gutenberg Editor

Im Plugin-Verzeichnis auf wordpress.org findet sich bereits eine ganze Menge an Plugins für den neuen Block Editor – und großteils verwenden diese „Gutenberg“ im Namen. Gemeint ist damit heute immer der Editor, obwohl das Gutenberg-Projekt an sich wesentlich mehr umfasst.

Warum überhaupt ein neuer Editor?

Ob WordPress einen neuen Editor braucht oder nicht wurde in den letzten Monaten in der Community häufig sehr hitzig diskutiert. Solche Diskussionen sind jedoch unnötig. Schon seit zwei Jahren war entschieden, dass WordPress einen neuen Block-basierten Editor erhält.

Natürlich sind viele noch nicht bereit für den Umstieg. Zwar wurden im Laufe der Zeit viele Informationen über die laufende Entwicklung veröffentlicht, aber wer in der WordPress-Community nicht aktiv ist, hat davon gar nichts bis nicht viel mitbekommen.

Natürlich gibt es jetzt Aufschreie von WordPress-Nutzern, die von der Neuerung eiskalt erwischt wurden. Die Kritiker sehen sich bestätigt. Tatsache aber ist, dass beginnend mit WordPress 4.9.8 der neue Editor groß im Dashboard angekündigt und sehr prominent zum Testen aufgefordert wurde.

Natürlich ist das ein harter Schnitt. Es liegt auf der Hand, dass sich nicht alle gleich mit dem neuen Editor anfreunden können und dass es auch berechtigte Gründe gibt, die derzeit wirklich gegen einen Einsatz sprechen. Aber das war auch vor der Veröffentlichung von WordPress 5.0 schon klar.

Der alte Editor hatte viele Jahre auf dem Buckel und war nicht mehr zeitgemäß. Außerdem haben sich die Ansprüche gerade in der letzten Zeit massiv geändert. Wurden früher die Themes von Designern und Theme-Programmierern erstellt und von den Anwendern lediglich verwendet, so möchten heute immer mehr Nutzer von WordPress selbst Hand anlegen.

Nicht ohne Grund gehören Page Builder zu den erfolgreichsten Plugins. Der Erfolg von Page Buildern zeigt deutlich, was sich viele Nutzer wünschen. Da WordPress von sich aus bisher nicht einmal eine Basis dafür zur Verfügung stellen konnte, handelt es sich bei diesen Plugins eigentlich um komplette Systeme, die sich quasi über WordPress stülpen.

Die Konsequenz daraus ist, dass Page Builder untereinander nicht kompatibel sind. Ein Wechsel ist kaum möglich. Irgendwann in der Zukunft wird das Ziel des Gutenberg-Projekts erreicht sein, dass WordPress nur mehr mit Blöcken arbeitet. Diese Blöcke lassen sich überall einsetzen.

Damit kommt WordPress dem Wunsch vieler Anwender nach mehr gestalterischen Möglichkeiten nach. Das bedeutet nicht zwangsläufig das mittelfristige Aus für alle Page Builder. Es bedeutet, dass WordPress eine Technologie zur Verfügung stellt, die von allen genutzt werden kann. Das bringt auch für Page Builder Vorteile, da sie diese Technologie künftig nutzen können. Und es wird Kompatibilität bringen.

Darüber hinaus wird WordPress, sobald dieser Status erreicht ist, für komplette Neulinge einfacher zu durchschauen sein. Keine Shortcodes mehr, keine Widgets, keine Menüs. Alles ist ein Block und lässt sich überall positionieren.

Blickt man also über den Tellerrand und in die Zukunft, dann sind die Ziele, die mit Gutenberg verfolgt werden, eine tolle Sache, die WordPress wirklich weiterbringen. Der Editor war der logische erste Schritt. Dass WordPress einen neuen Editor erhalten hat ist also richtig und wichtig.

Was passiert, wenn ich das Update auf WordPress 5.0 mache?

Im Prinzip passiert nichts. Deine bisher erstellten Artikel und Seiten bleiben genau so erhalten, wie sie sind. Diese werden durch das Update nicht verändert. Die Sorge, dass Du alles überarbeiten musst, ist unbegründet.

Einer der vielen Block-Typen, die der neue Editor bietet, ist der sogenannte Classic Block. Dabei handelt es sich um einen Block, der den alten Editor in den neuen Editor integriert. Wenn Du einen vorhandenen Artikel bearbeitest, wird der gesamte Inhalt in so einen Classic Block geladen.

Du kannst bereits vorhandene Inhalte wie gewohnt bearbeiten. Du kannst den bisher vorhandenen Inhalt so lassen, wie er ist und mit dem integrierten klassischen Editor bearbeiten. Du kannst auch davor und dahinter weitere Blöcke einfügen und so das alte und das neue Universum in einem einzigen Beitrag vereinen.

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, den Classic Block in neue Blöcke umzuwandeln. In meinen Tests hat das gut funktioniert. Ob das aber immer der Fall ist, bezweifle ich. Ohne es wirklich zu wissen, nehme ich an, dass sich sehr aufwändige Seite möglicherweise nicht problem- und fehlerlos umwanden lassen können. In so einem Fall kann aber einfach mit dem Classic Block weiter gearbeitet werden.

Davon unabhängig heißt es natürlich, sich an den neuen Editor zu gewöhnen, was keine Kleinigkeit ist. Man muss sich schon einige Zeit nehmen und sich mit der neuen Bedienung vertraut machen.

Funktioniert mein Theme mit WordPress 5.0?

Der Block Editor bringt eine ganze Menge von neuen Formatierungsmöglichkeiten. Zur Darstellung auf der Seite werden in den HTML-Code CSS-Klassen eingefügt. Diese CSS-Klassen müssen im Theme definiert werden.

Die Entwickler haben aber an alles gedacht. WordPress 5.0 fügt automatisch Standard-Formatierungen hinzu. Dadurch ist sichergestellt, dass alle Blöcke grundsätzlich mit jedem #theme funktionieren. Du kannst also alle Möglichkeiten des neuen Editors nutzen, selbst wenn Dein Theme (noch) nicht für WordPress 5.0 angepasst wurde.

Damit die Formatierung der Blöcke perfekt zum Design des Themes passt, sollte das Theme seine eigenen CSS-Definitionen dafür mitbringen. Darüber hinaus kann ein Theme die verfügbare Farbpalette anpassen, sodass die Farben, die im Editor ausgewählt werden können, auch zum Design passen.

Wenn Dein Theme nicht für Gutenberg angepasst wurde, dann passen die Standardvorgaben, die WordPress 5.0 mitliefert, möglicherweise nicht optimal zum restlichen Design. Du solltest also testen, wie die Darstellung mit Deinem Theme aussieht. Blöcke, deren Darstellung mit Deinem Theme überhaupt nicht zufriedenstellend ist, kannst Du dann vorerst meiden, bis eine neue Version des Themes verfügbar ist.

Alle WordPress Standard Themes bis zurück zum Twenty Ten Theme wurden für die neuen Möglichkeiten bereits angepasst. Auch viele der häufig eingesetzten Themes sind bereits Gutenberg Ready. Aber selbst wenn das auf Dein Theme nicht zutrifft, kannst Du den Block Editor problemlos nutzen.

Funktionieren meine Plugins mit WordPress 5.0?

Die große Mehrheit der Plugins funktionieren auch unter WordPress 5.0 ohne Anpassungen. Aber es kann durchaus Kompatibilitätsprobleme geben. Gerade Plugins, die sich in irgendeiner Weise in den Editor integrieren, müssen mit großer Sicherheit geändert werden.

Plugin-Entwickler wurden schon Monate vor Fertigstellung der neuen Version immer wieder darauf hingewiesen, ihre Plugins zu testen und wenn nötig anzupassen – so wie das bei jedem Versionswechsel der Fall ist.

Der neue Editor stellt eine sehr gravierende Änderung dar, der Aufwand für nötige Anpassungen an Plugins kann durchaus ziemlich groß sein. Dazu kommt noch, dass bis kurz vor der Veröffentlichung am Editor gearbeitet wurde, sodass möglicherweise nicht genügend Zeit verfügbar war, um das eine oder andere Plugin schon mit Erscheinen von WordPress 5.0 in einer kompatiblen Version verfügbar zu haben.

Viele große und häufig eingesetzte Plugin, die vom neuen Editor betroffen sind, waren aber trotzdem rechtzeitig verfügbar. In der Zwischenzeit sind einige Wochen vergangen und viele weitere Plugins wurden mittlerweile angepasst. Vereinzelt gab es Probleme, aber in der Regel haben die Entwickler schnell reagiert und kurzfristig Updates zur Verfügung gestellt.

Mittlerweile sollte ein sehr großer Anteil an Plugins problemlos mit WordPress 5.0 und dem Block Editor funktionieren. Dennoch sind Kompatibilitätsprobleme nicht auszuschließen. In Bezug auf die Plugins heißt es also, die Funktionalität unbedingt genau zu testen.

Muss ich das Update auf WordPress 5.0 machen?

Nein, Du musst jetzt nicht zwingend auf WordPress 5.0 updaten. Wie bei WordPress ohnehin üblich werden auch ältere Versionen weiterhin mit Updates versorgt. Sicherheitskritische Probleme werden auch längere Zeit nach Erscheinen einer neuen Version weiterhin behoben.

Seit Erscheinen von WordPress 5.0 gab es bereits ein Sicherheits-Update und dieses wurde für alle Versionen bis zurück zu Version 3.7 – ursprünglich erschienen im Oktober 2013 – zur Verfügung gestellt. Es ist also davon auszugehen, dass WordPress 4.9 noch einige Jahre mit sicherheitsrelevanten Updates versorgt wird. Neuerungen gibt es natürlich für ältere Versionen keine mehr.

Kann ich unter WordPress 5.0 den alten Editor nicht einfach behalten?

Auch das ist möglich. Das Plugin Classic Editor deaktiviert den neuen Block Editor vollständig und stellt den Editor #tinymce wie bisher gewohnt zur Verfügung.

Es gibt mittlerweile auch andere Plugins, die das bewerkstelligen, aber ich persönlich empfehle, auf jeden Fall das Classic Editor Plugin zu verwenden. Dieses Plugin stammt ganz offiziell von WordPress, um diese Möglichkeit zu bieten, WordPress 5.0 mit dem alten Editor zu nutzen.

Da es sich um ein Plugin von WordPress selbst handelt, ist eine vollständige Kompatibilität sichergestellt. Zudem hat WordPress angekündigt, das Plugin mindestens bis zum 31. Dezember 2021 zu unterstützen.

Dieses Plugin ist demnach eine perfekte Möglichkeit, das Update auf WordPress 5.0 doch jetzt schon zu machen und trotzdem den alten Editor weiter zu benutzen. Die Zahl von aktuell bereits mehr als zwei Millionen aktiven Installationen des Plugins zeigt eindeutig, wie beliebt diese Variante ist.

Wie entscheide ich, ob ich den neuen Editor jetzt schon verwenden kann oder will?

Es führt leider kein Weg daran vorbei, das selbst auszuprobieren. Du musst Dir selbst ein Bild machen. Am besten funktioniert das, indem Du eine vollständige Kopie Deiner WordPress Website als Testsystem einrichtest und auf diesem Testsystem das Update durchführst. Dort kannst Du in Ruhe alles ausprobieren.

Wenn Du diese Möglichkeit nicht hast oder Dir das nicht zutraust, dann installiere Dir das Plugin Gutenberg. Dieses Plugin stellt den neuen Editor für WordPress 4.9.8 oder neuer bereit. Unter WordPress 5.0 funktioniert das Plugin nicht und wird automatisch deaktiviert.

Was bringt WordPress 5.0? - Beitrag mit Hinweis auf Gutenberg - wpwissen

Der große Vorteil des Plugins liegt darin, dass Du jedesmal entscheiden kannst, ob Du den alten oder den neuen Editor benutzen möchtest.

Erstelle ein paar Beiträge mit dem neuen Editor – Du musst sie ja nicht veröffentlichen. Probiere aus, wie Du mit dem Editor zurechtkommst. Spiele mit verschiedenen Blöcken. Schau Dir an, wie die Darstellung mit Deinem Theme ist. Teste, ob alles funktioniert.

Wenn Du dann zum Schluss kommst, dass Du den neuen Editor zumindest derzeit noch nicht verwenden kannst oder willst, dann brauchst Du das Plugin nur zu deinstallieren und alles ist wieder beim alten.

Dann musst Du dich nur noch entscheiden ob Du vorerst bei Deiner derzeitigen Version bleibst oder ob Du das Update auf WordPress 5.0 trotzdem machst und das Classic Editor Plugin installierst.

Wie funktioniert der neue Editor?

Einen kurzen Einstieg in den neuen Block Editor von WordPress 5.0 gibt es im zweiten Teil dieser Serie.

Affiliatelinks

Bei Links, die mit einem  gekennzeichnet sind, handelt es sich um sogenannte Affiliate- oder Provisions-Links. Wenn du auf so einen Link klickst und über diesen Link einkaufst, dann erhalte ich für Deinen Einkauf eine Provision vom jeweiligen Anbieter. Für dich verändert sich der Preis dadurch selbstverständlich nicht. Diese Links tragen dazu bei, einen Teil der Kosten, die mit dem Betrieb dieser Website verbunden sind, zu decken.