Was bringt WordPress 5.2?

Diese 5 Neuerungen bringt WordPress 5.2

WordPress Version 5.2 soll am 30. April erscheinen. Die aktuelle dritte Beta-Version habe ich mir angesehen. In diesem Artikel stelle ich Dir die aus meiner Sicht fünf wichtigsten Neuerungen vor.

Wie üblich gibt es natürlich wesentlich mehr Neuerungen. Viele davon betreffen in erster Linie Entwickler.

1. Keine Angst mehr vor dem Weißen Tod

Das absolute Highlight aus meiner Sicht ist der neue Mechanismus zum Abfangen des sogenannten White Screen of Death (WSOD). Dabei handelt es sich um den WordPress Super-GAU.

Tritt beim Ausführen von PHP-Code ein fataler Fehler auf, kann der Code nicht weiter ausgeführt werden. Das laufende Programm wird sofort beendet. Das Ergebnis ist eine leere Seite, die an den Browser ausgeliefert wird – der WSOD.

Für Profis ist das kein allzu großes Problem. Lediglich die Suche nach der Ursache kann etwas nervig sein. Für weniger versierte Anwender von WordPress ist das eine absolute Katastrophe, da auch die Anmeldung im WordPress Dashboard nicht mehr möglich ist.

Ab #wpversion 5.2 soll dieses Horror-Szenario ein Ende haben. Die
WSOD Protection war ursprünglich bereits für Version 5.1 geplant. Aufgrund von Problemen wurde die Einführung aber verschoben.

Um die neue Funktion zu testen habe ich ein Plugin erstellt, das nur den einen Zweckt hat, einen fatalen Fehler zu erzeugen und WordPress so zum Absturz zu bringen.

Wird nun die Website mit dem fehlerhaften Plugin aufgerufen, wird anstatt einer leeren Seite die Fehlermeldung von PHP ausgegeben. Der Screenshot unten zeigt die Ausgabe. Ob das für den Besucher einer Website eine schöne Lösung ist, ist eine andere Sache. Vielleicht ändert sich hier noch etwas bis zur finalen Version.

WordPress 5.2 WSOD Schutz - Anzeige im Frontend

Auf jeden Fall ist der WSOD damit weg. Noch wichtiger ist aber, dass gleichzeitig im Hintergrund eine Mail an den Administrator der Website geschickt wird.

Auch das WordPress Dashboard funktioniert nicht, wie der nächste Screenshot zeigt. Hier wird ebenfalls der Fehler angezeigt, allerdings etwas hübscher. Anmelden kann man sich trotzdem nicht wie gewohnt.

WordPress 5.2 WSOD Schutz - Anzeige im Backend

Der folgende Screenshot zeigt die Mail, die der Administrator bekommt, sobald das erste Mal ein fataler Fehler auftritt. Wird die Seite mehrmals aufgerufen, wurde in meinem Test nicht jedesmal eine Mail versendet. Sehr sinnvoll.

WordPress 5.2 WSOD Schutz - Mail an den Administrator

Der Text der Mail ist zumindest derzeit noch in Englisch. Wahrscheinlich gibt es bis zum Erscheinen von WordPress 5.2 aber noch eine deutsche Übersetzung.

Die Mail enthält einen Link zum Starten des Wiederherstellungsmodus. Mit diesem Link ist die Anmeldung im Admin-Bereich möglich.

WordPress 5.2 WSOD Schutz - Login im Wiederherstellungsmodus

Im Wiederherstellungsmodus wird das Plugin, das den Fehler verursacht hat, automatisch angehalten. Das fehlerhafte Plugin kann deaktiviert werden und die Website funktioniert wieder.

WordPress 5.2 WSOD Schutz - Wiederherstellungsmodus

Die WSOD Protection ist eine sehr feine Sache, perfekt umgesetzt und ein riesen Schritt für WordPress.

2. Anhebung der minimal benötigten PHP Version

Wie bereits im Beitrag zu WordPress 5.1 berichtet, wird die Mindestanforderung von WordPress an die verwendete PHP Version in zwei Schritten angehoben. Der erste Schritt erfolgt nun wie vermutet mit WordPress 5.2.

Ab sofort benötigt WordPress mindestens PHP 5.6.20. Das ist ein wesentlicher Schritt zu Verbesserung der #sicherheit von WordPress.

Die bisher mindestens geforderte Version 5.2.4 ist mittlerweile zwölf Jahre alt. Auch Version 5.6.20 ist bereits drei Jahre alt, aber auf jeden Fall eine dramatische Verbesserung.

Bei Verwendung einer älteren Version startet WordPress einfach nicht mehr. Der nachfolgende Screenshot zeigt die Fehlermeldung.

WordPress 5.2 benötigt mindestens PHP 5.6.20

Mit WordPress 5.1 wurde eine Meldung im Dashboard eingeführt, die bei Verwendung einer veralteten PHP Version eine Warnung anzeigt und zum Aktualisieren auffordert. Damit fällt die Vorwarnzeit – wie ich bereits vermutet hatte – meiner Meinung nach viel zu kurz aus.

Zwischen der Veröffentlichung von Version 5.1 und 5.2 liegen lediglich zwei Monate. Wer bisher nicht reagiert hat oder WordPress 5.1 bisher noch gar nicht verwendet hat, dessen Website funktioniert mit dem Update auf WordPress 5.2 einfach nicht mehr.

Der Schritt ist aus meiner Sicht richtig und wichtig, die Umsetzung enttäuscht mich allerdings etwas. Gerade weil mit der neuen Version auch der vorher genannte Schutz vor dem WSOD eingeführt wird, wäre meiner Meinung nach ein sanfterer Übergang wünschenswert gewesen.

Nach zwölf Jahren wäre es nun sicher kein Problem gewesen, noch etwas zu warten und so die Vorwarnzeit vor der Umstellung zu verlängern.

3. Verbesserte Performance des Gutenberg Block Editors

Der mit WordPress 5.0 eingeführte neue Editor #gutenberg ist noch nicht perfekt und hat noch die eine oder andere Kinderkrankheit. Es wird aber ständig an der Verbesserung gearbeitet.

Ein Kritikpunkt ist die vergleichsweise schlechte #performance des Editors. Bereits mit WordPress 5.1 wurde die Geschwindigkeit verbessert. Version 5.2 soll noch weitere Verbesserung bringen.

Laut von den Entwicklern veröffentlichten Informationen reduziert sich die Ladezeit des Block Editors für umfangreiche Beiträge von WP 5.1 auf WP 5.2 um ein Drittel. Die Reaktionszeit beim Tippen soll sich um die Hälfte reduzieren.

Diese Angaben glaube ich einfach einmal ohne mir selbst die Mühe für aufwändige Tests zu machen.

4. Neue Blöcke für den Gutenberg Block Editor

Mit der neuen Version bekommt der Block Editor auch fünf neue Blöcke spendiert.

  • Einbetten von Beiträgen aus einem RSS-Feed
  • Einbetten von Amazon Kindle
  • Suche
  • Kalender mit Beiträgen
  • Schlagwörter-Wolke

Der folgende Screenshot zeigt den RSS-Feed Block im Einsatz. Als Beispiel habe ich den Feed dieser Website eingebettet.

Der neue RSS-Feed Block für den Gutenberg Block Editor in WordPress 5.2

Hübsch finde ich auch den Kalender Block. In einer Kalender-Übersicht werden die veröffentlichten Beiträge angezeigt. Einstellen lässt sich nichts. Es wird immer der aktuelle Monat angezeigt.

Der neue Kalender Block für den Gutenberg Block Editor in WordPress 5.2

Das Anklicken eines Tages öffnet das Archiv für das betreffende Datum. Leider lässt sich im Kalender nicht blättern. Der Link zum Vormonat – im Beispiel März – blättert nicht wie man meinen möchte einen Monat zurück. Stattdessen wird das Archiv des Vormonats aufgerufen.

5. Neuer Gutenberg Block Manager

Um bei der Fülle verfügbarer Blöcke in Gutenberg nicht den Überblick zu verlieren wird mit WordPress 5.2 ein Block Manager eingeführt. Zu finden ist der Block Manager künftig im Ausklapp-Menü, das sich hinter den drei Punkten ganz rechts in der oberen Editor-Leiste verbirgt.

Der Block Manager für den Gutenberg Block Editor in WordPress 5.2

Wenn Du mit dem neuen Editor noch nicht so vertraut bis, liefert Dir dieser Artikel einen Überblick über die Oberfläche.

Mit dem neuen Block Manager lassen sich einzelne Blöcke oder auch ganze Abschnitte in der Block-Auswahl ausblenden. Bereits vorhandene Blöcke funktionieren trotzdem und lassen sich im Editor auch bearbeiten.

Ausgeblendete Blöcke werden lediglich in der Auswahl nicht angezeigt und lassen sich daher nicht neu einfügen. Das tut der Übersicht gut und ist eine sinnvolle Erweiterung des Block Editors.

Etwas eigenartig ist dabei, dass sich auch der Absatz Block ausblenden lässt, der den Standard für neue Blöcke darstellt. Trotzdem wird beim Drücken der Enter-Taste auch bei ausgeblendetem Absatz Block ein neuer Absatz erstellt.

Wahrscheinlich kommt niemand auf die Idee, den Absatz Block auszublenden, aber meiner Meinung nach sollte das erst gar nicht möglich sein.

Fazit

Die kommende WordPress Version 5.2 bringt einige wirklich gute und sinnvolle Neuerungen. Wenn der Zeitplan hält erscheint die neue Version in knapp zwei Wochen.

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